Migräne ist eine sehr häufige Krankheit. Jeder zehnte Mensch leidet daran. Die Symptome (Kopfschmerzen einschließlich Übelkeit und ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen) sind sowohl für die von Migräne betroffenen Personen als auch für deren Familien enorm belastend. Migräne kann während einer Attacke die normalen Aktivitäten komplett verhindern und die Lebensqualität zwischen den Attacken beeinträchtigen.
Noch im vorigen Jahrhundert galt Migräne als eingebildetes Wehwehchen hysterischer oder gelangweilter Damen der höheren Gesellschaft. Auch heute wird Migräne oft nicht richtig ernst genommen, man stößt auf Unverständnis in der Umgebung und hört häufig, dass Kopfschmerzen überhaupt nicht als Krankheit ernstgenommen werden. Heute ist belegt, dass Migräne-PatientInnen schmerzkrank sind. Daher erfüllt die Verharmlosung und Abwertung manche MigränikerInnen nicht selten mit Scham, was zur Vortäuschung von Stärke führen kann, auch während der Attacken. Das erschwert den Gang zum Arzt bzw. zur Ärztin, obwohl es bereits neue und gut wirksame Medikamente gibt, die das Leiden verringern. Manche PatientInnen glauben, dass es für sie keine angemessene Behandlung gibt, um ihre Beschwerden zu lindern und suchen daher keinen Arzt bzw. keine Ärztin auf. Aber der medizinische Fortschritt entwickelt sich stetig weiter und so gibt es für zahlreiche MigränikerInnen neue Hoffnung.
Wer hat Migräne?
Die meisten Migräne Betroffenen erleben bereits als Kinder oder als Teenager Attacken. Bei manchen kommt die erste Attacke auch erst im Erwachsenenalter. Insgesamt leiden etwa dreimal so viele Frauen wie Männer an Migräne. Trotzdem ist Migräne keinesfalls bloß eine „Frauenkrankheit“. Denn immerhin leidet auch mindestens einer von 20 Männern an Migräne.
Das Ausmaß der Krankheit wird vor allem bei Kindern und Jugendlichen oftmals unterschätzt. Denn viele ausgefallene Schultage können auf die Erkrankung zurückgeführt werden.
Vor allem Kinder und Jugendliche, die unter längerem Stress leiden, haben ein höheres Risiko im frühen Erwachsenenalter Migräne zu entwickeln.
Migräne ist keine Zivilisationskrankheit. Auch die großen Köpfe der Geschichte blieben von dieser Volkskrankheit nicht verschont. So wurden beispielsweise Napoleon, Otto von Bismarck, Marie Curie, Karl Marx, Hildegard von Bingen, Pablo Picasso, Friedrich Nietzsche und Richard Wagner regelmäßig von Migräneattacken überwältigt.

